News > Kinder zweiter Klasse?

am 3.9.2019
Notwendige Behandlungen müssen für alle Kinder rasch und kostenfrei zugänglich sein!

Wien (OTS) - Es ist hoch an der Zeit, eines der beschämendsten Kapitel in der Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen dauerhaft und vollständig zu beenden: mindestens 70.000 Kinder und Jugendliche (nach anderen Berechnungen bis zu 150.000) erhalten in Österreich nach wie vor nicht die Therapien, die sie für ihre Entwicklung brauchen würden.

Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie und Psychotherapie sind Pflichtleistungen der Krankenkassen, die laut Sozialversicherungsgesetz allen Versicherten kostenfrei zustehen. Ungeachtet dessen schafft es das österreichische Kassensystem, Kinder und Jugendliche in verschiedene Klassen zu trennen: je nach Wohnort und Versicherung werden die Behandlungen manchen Kindern zur Gänze finanziert, den meisten aber nicht. In Wien bestehen beispielsweise 1-2 Jahre Wartezeit oder Aufnahmesperren für kostenfreie Therapien. Hohe Zuzahlungen im Wahlbereich sind für viele Eltern nicht leistbar, Kindern werden notwendige Therapien und damit die Chancen auf eine gesunde Entwicklung vorenthalten.

Diese Ungleichbehandlung und ihre Folgen sind durch zahlreiche Studien und valide Daten belegt und mittlerweile allen Verantwortungsträgern bekannt; zu entscheidenden Verbesserungen konnte man sich bisher aber trotzdem nicht durchringen. Dabei bräuchte es dazu nicht mehr als ein klein wenig guten politischen Willen – und gar nicht so viel finanzielle Mittel.

Die „Politische Kindermedizin“ nimmt die anstehenden NR-Wahlen zum Anlass, alle wahlwerbenden Parteien nachdrücklich daran zu erinnern, dass Österreich seinen Kindern und Jugendlichen seit Jahrzehnten etwas schuldig ist: die Umsetzung des gesetzlich vorgeschriebenen Rechts auf diese Behandlungen zur Erlangung einer bestmöglichen Entwicklung. Die geplante Zusammenlegung der Gebietskrankenkassen zu einer Gesundheitskasse böte die Gelegenheit, bestehende massive Versorgungsmängel und -unterschiede österreichweit zu beseitigen.

Die unten angeführten Maßnahmen müssen in das nächste Regierungsprogramm – von wem immer. Die Chance aller Kinder auf eine gesunde Entwicklung darf nicht nur ein Wahlkampfslogan bleiben - sie muss endlich umgesetzt werden.

Notwendige Maßnahmen:

- Kostenfreie Therapien für alle Kinder und Jugendlichen, wenn diese für ihre Entwicklung notwendig sind
- einheitliche Versorgung aller Versicherten und deren Kinder, unabhängig davon, wo man versichert ist
- Umkehrung des Trends zur 2-Klassenmedizin, die nur noch Menschen mit Zusatzversicherung und hohen Einkommen eine gute Versorgung zukommen lässt

Irmgard Himmelbauer MSc, Dr. Othmar Fohler, Dr. Rudolf Püspök, Dr. Ernst Tatzer (Obmann)

Politische Kindermedizin (www.polkm.org)

Rückfragen & Kontakt:

Kontakt: Irmgard Himmelbauer 0664 5457915, irmgard.himmelbauer@gmail.com

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Quelle: OTS0026, 3. Sep. 2019, 09:00



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